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Mittwoch, 1. April 2015

*Rezension* Whisper a Wish von Eileen Janket



Hier gelangt ihr zur Homepage der Autorin Eileen Janket. 

Titel: Whisper a Wish
Autorin: Eileen Janket
Genre: Liebesroman, YA
Form: Taschenbuch (328 Seiten)
Verlag: - (selbst verlegt)
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: 9,99 € (Ebook: 3,99 €)
ISBN: 9781503190962

Inhalt:
Die 17-jährige Matilda Bell, genannt Matty, besucht gemeinsam mit ihrer Freundin Jessica Jenks das letzte Jahr der Highschool. Die beiden Mädchen interessieren sich sehr für Superhelden und sind besonders angetan von dem Film Kick-Ass und dessen Hauptdarsteller Aaron Taylor-Johnson. Selbst würden Matty und Jessica auch gerne die Welt verbessern und planen deshalb eine Videoreihen, in der sie selbst als Superheldinnen auftreten. Durch diese ungewöhnliche Idee knüpft Matty Kontakt zu dem zurückhaltenden und sonderbar wirkenden Marvin (Marv) Kilian. Zunächst ist der Junge alles andere als begeistert davon, jedoch fast er schnell Vertrauen zu Matilda und traut ihr seine Geheimnisse an. Schon bald lernt sie dann auch Scott Kilian, Marvins wahnsinnig gut aussehenden älteren Bruder, kennen und kann schon nach kurzer Zeit nur schwer an etwas anderes denken...

Eigene Meinung:
Die Geschichte um Matty und Scott wirkt zunächst wie eine typische Liebesgeschichte zweier Jugendlicher. Diese beginnt langsam und nachvollziehbar und entwickelt sich erst zaghaft. Zudem behandelt der Roman noch die üblichen Themen, mit denen man sich als Heranwachsender befasst: Freundschaft, Liebe und auch Sex.

Eileen Janket webt in diese harmonische Geschichte auch Tragödien mit ein. Diese ernsten und oftmals schwierigen Aspekte passen sich perfekt in die Geschichte ein. Dies empfand ich sehr positiv, denn die Autorin bringt somit viel Realität in den Roman ein und will bei ihren Lesern keine Illusion einer heilen Welt erschaffen, sondern zeigen, dass es eben auch negative Lebensabschnitte gibt. Die Schicksale der einzelnen Charaktere haben mich sehr bewegt und zum Nachdenken angeregt.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Matilda's Perspektive erzählt. Hierdurch kann man sich gut in die 17-jährige hineinversetzen und kann ihre Gefühle, die Eileen Janket sehr realistisch beschreibt, miterleben. Besonders gut gefallen hat mir auch die Tatsache, dass einige wenige Kapitel aus Scott's Sicht geschildert wurden. Hierdurch hat man als Leser Hintergrundinformationen erhalten und auch seine Sichtweise, Gedanken und Gefühle erfahren.

Wie bereits in der "Crazy Love"-Trilogie haben mich auch bei "Whisper a Wish" die Charaktere sehr begeistert. Eileen Janket schafft es gekonnt sie authentisch und echt wirken zu lassen. Die Jugendlichen und auch ihre Familien und Lehrer sind wunderbar und nachvollziehbar dargestellt und gut aufeinander abgestimmt. Die Menschenkenntnis, die Eileen Janket immer wieder zeigt, liegt meiner Meinung auch an ihrer Arbeit als Sozialarbeiterin.

Sowohl die Protagonistin, als auch ihre Freunde, ihre Familie und auch Schüler und Lehrer konnten mich überzeugen. Im Laufe der Geschichte habe ich mich besonders darüber gefreut, dass Matty sich weiterentwickelt und ihre neugierige und oftmals aufdringlich wirkende Art hinter sich ließ, was sie sehr viel erwachsener und sympathischer gemacht hat.

Die gefühlvolle Geschichte von Matilda hat mich schon von Anfang an in ihren Bann gezogen und verzaubert. Schnell habe ich mich als Leser in sie eingefunden und bin ein Teil von ihr geworden. Ich habe die Emotionen der einzelnen Charaktere wahrlich gespürt und habe mit ihnen mitgefiebert. Schon allein deshalb konnte ich "Whisper a Wish" nicht mehr aus der Hand legen. Doch im letzten Drittel des Romans war es dann vollends um mich geschehen. Mit der (für mich) unerwarteten und dramatischen Wendung hat die Autorin mich völlig überrascht. Ich stand ebenso unter Schock wie wohl sämtliche Charaktere und hatte richtige Gänsehaut. Mit diesem Handlungsstrang hat Eileen Janket nicht nur einen schockierenden Moment verursacht, sondern das Buch auch zu einem furiosen Finale gebracht, für einen gewissen Nervenkitzel gesorgt und mich nachdenklich gestimmt. 

Fazit:
Ein weiteres Meisterwerk von Eileen Janket! Die Autorin beschreibt in "Whisper a Wish" nicht nur die Geschichte einer jungen Liebe, sondern bringt ebenso viel Tiefgang mit ein, spricht ernste und schwierige Themen an und konnte mich somit erneut voll und ganz überzeugen. 
Abschließend kann ich sagen: die Berliner Autorin hat sich mittlerweile in die Riege meiner Lieblingsautoren eingereiht!
(Zudem musste ich während "Whisper a Wish" so manches Mal an Lexi und Sergio denken, was mich sehr gefreut hat ;))

Bewertung:
Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 Sternen.

Dienstag, 31. März 2015

*Rezension* Bis in den Tod hinein von Vincent Kliesch



Titel: Bis in den Tod hinein
Autorin: Vincent Kliesch
Genre: Thriller
Form: Taschenbuch (400 Seiten)
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsjahr: 2013
Preis: 9,99 €
ISBN: 9783442377985

Mehr Infos zum Buch findet ihr hier

Die Homepage von Vincent Kliesch ist ebenso einen Besuch wert. Klickt hier und gelangt direkt dorthin.

Inhalt:
Hauptkommissar Severin Boesherz ist erst vor kurzem in nach Berlin gezogen und übernimmt nun seinen ersten großen Fall, denn die Hauptstadt wird von einem Serienmörder unsicher gemacht. Der Mörder wirkt strukturiert und wendet ungewöhnliche Methoden an. Und schließlich hinterlässt er bei jeder Leiche eine Zahl. Diese Zahlenfolge muss das ermittelnde Team durchschauen, um den Täter fassen zu können, doch der Serienmörder lässt kaum Zeit verstreichen, bis sein nächstes Opfer das Zeitliche segnet. Da die Ermittlungen kaum Erfolge zeigen, wird dem Team um Severin Boesherz die attraktive Linda Bartholdy zur Seite gestellt, die eine Expertin für Serienmörder ist.
Als wäre dieser Fall noch nicht kompliziert und aufwendig genug, wird zur gleichen Zeit noch das internationale Topmodell Tanja van Beuten entführt. Ein zweiter Fall um den sich das LKA kümmern muss. Und schnell drängt sich die Frage auf: hat der Serientäter auch etwas mit der Entführung zu tun?

Eigene Meinung:
Vincent Kliesch nimmt seine Leser mit auf eine aufregende Reise, die sich gleichermaßen mit der schlüssigen Polizeiarbeit und den menschlichen Abgründen befasst. Durch seine Schreibweise begleitet man sowohl die Ermittler, als auch den Täter und erhält somit einen allumfassenden Blick auf die Geschichte und kann somit die verschiedenen Handlungsweisen und Motive aller Beteiligten Charaktere erfahren und verstehen.
Diese Tatsache nimmt allerdings keine Spannung aus dem Roman. Im Gegenteil: durch die Hintergründe und Details, die der Leser erfährt, wird das Maß an Spannung noch erhöht und man fiebert bis zur letzten Seite mit.

Der Thriller nimmt schnell an Fahrt auf und der Leser steigt direkt mit den ersten Morden und der aussichtslosen Lage des Topmodells Tanja van Beuten in die Geschichte ein. Hierdurch befindet man sich gleich mitten in der Geschichte, die sich erst nach und nach aufklärt. Durch unvorhersehbare Wendungen schafft es Vincent Kliesch immer wieder seiner Leser zu überraschen und zu fesseln und schafft es auf diese Weise immer wieder, dass ihnen der Atem stockt. 

Die sehr ausgereiften und greifbaren Protagonisten mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Kompetenzen sind ebenso erwähnenswert. Vor allem Hauptkommissar Severin Boesherz hat es mir hierbei angetan. Der stattliche Ermittler ist ein interessanter Mann mit vielen Facetten. Er hat eine bemerkenswerte Beobachtungsgabe und ist sehr analytisch. Zudem ist er ein Genießer, der sich mit Wein, Musik und gutem Essen auskennt und er wirkt stets edel, aber handelt hierbei nie überzogen. Die Einflüsse über verschiedene Opern und Wein hat der Autor sehr schon herausgearbeitet und diese geben Severin Boesherz eine besondere und einzigartige Note und machen ihn sehr sympathisch. Sehr schön war für mich hierbei auch die Tatsache, dass Vincent Kliesch wohl hierbei persönliche Interessen aus seinem Privatleben einfließen ließ.

Der Schreibstil des Autos ist flüssig und trotz der oftmals detaillierten Beschreibungen ist der Thriller leicht lesbar. 
Ein weiteres schönes Detail, das während des gesamten Buches immer wieder aufgezeigt wird, ist die falsche Verwundung der deutschen Sprache. Beispielsweise erklärt der Autor, dass ein Prominenter nicht automatisch auch eine Berühmtheit ist, sondern das der Begriff "berühmt" nicht mit "bekannt" gleich gesetzt werden kann. Diese Erklärungen sind stets sehr charmant und interessant geschrieben und fügen sich perfekt in die Geschichte ein. Zudem haben sie mich etliche Male schmunzeln lassen.

Fazit:
"Bis in den Tod hinein" möchte ich aufgrund der vielen erwähnten Opern mit einem aufregenden Musikstück vergleichen. Wie auch ein Orchester, steigert sich der Autor immer mehr, und sowohl die Oper, als auch der Thriller, enden schließlich in einem furiosen Finale.
Definitiv nicht das letzte Buch von Vincent Kliesch in meinem Regal. Ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Fall von Severin Boesherz, der im August 2015 erscheinen wird. 

Bewertung:
Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 Sternen.

Sonntag, 29. März 2015

*Rezension* Crazy Love - verrückt nach mehr von Eileen Janket



Hier gelangt ihr zur Homepage der Autorin Eileen Janket. 

Titel: Verrückt nach mehr
Reihe: Crazy Love
Autorin: Eileen Janket
Genre: Liebesroman, YA
Form: Taschenbuch (366 Seiten)
Verlag: - (selbst verlegt)
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: 9,99 €
ISBN: 9781496200481

Inhalt:
Die Geschichte knüpft direkt an Band 2 an und wir befinden uns an dem Zeitpunkt, in dem Lexi und Sergio nach seinem Kampf ins Auto steigen. Lexi merkt schnell, dass es Sergio nicht gut geht, macht sich große Sorgen um ihn und weicht schließlich nicht von seiner Seite. 
Durch seine erneuten Verletzungen hält ihre Mutter es immer mehr für eine schlechte Idee, dass Lexi eine Beziehung zu dem bad boy führt, da sie denkt er hätte einen schlechten Einfluss auf sie. Als ob diese Tatsache das Leben des jungen Mädchens nicht schon schwer genug macht, kommt es zu einem tragischen Unfall, der alles noch schlimmer macht. An diesem Tag verändert sich alles und schließlich ist nichts mehr wie es war...

Eigene Meinung:
Schon "verrückt verliebt" (Band 1) und "verrückt nach dir" (Band 2) haben mir sehr gut gefallen. Allerdings übertrifft Eileen Janket sich mit diesem Band noch einmal und steigert sich im letzten Band der Trilogie erneut. 

Die Sprache ist weiterhin leicht, was den Roman zu einem kurzweiligen Lesevergnügen macht. Des weiteren fügt sie sich wieder gut ein und macht die Charaktere wieder lebendig und lässt sie authentisch wirken. 
Sehr gefreut hat mich bei "verrückt nach mehr" vor allem, dass ein einstiger Nebencharakter eine tragende Rolle spielt. Bojan hat sich zu einer wahren Größe entwickelt und ist ein wahrer Freund, der Lexi und Sergio stets mit Rat und Tat zur Seite steht. Er ist für die beiden mit seiner uneingeschränkten Freundschaft da, was ihn noch sympathischer macht. Meiner Meinung nach benötigt jeder einen Freund wie ihn!

Ebenso hat sich Lexi erneut weiter entwickelt. Diese Entwicklung habe ich bereits in meiner Rezension zu Band 2 hervorgehoben und bin froh, dass sie es erneut schafft einen weiteren Schritt in ihr Leben als junge Frau zu machen. Sie zeigt in diesem Teil der Geschichte viel Kraft und Verständnis, was mich persönlich sehr beeindruckt hat. An manchen Stellen hätte ich mir gerne das ein Scheibchen von ihr abgeschnitten. 

Auch in "verrückt nach mehr" wird deutlich, dass Eileen Janket sich sehr mit Menschen und deren verschiedenen Kulturen auseinandersetzt, denn sie lässt erneut verschiedene Eindrücke in die Geschichte einfließen. Die serbischen und auch türkischen Hintergründe fügen sich perfekt in die Geschichte ein und geben ihr eine besondere und einzigartige Note. 

Die Geschichte ist weiterhin geprägt von vielen Emotionen. In einem Moment spürt man die wahre Liebe zwischen Sergio und Lexi und im nächsten leidet man mit dem jungen Paar und findet sich schließlich in Trauer wieder und muss die eine oder andere Träne vergießen. Diese Vielfalt an unterschiedlichen Gefühlen hat mich sehr beeindruckt. Die Autorin schafft es diese authentisch und glaubhaft zu vermitteln und reißt somit ihre Leser mit sich. Die Geschichte hat mich auf diese Weise komplett gefangen genommen.

Fazit:
Auch wenn es sich eigentlich um ein Buch für junge Erwachsene handelt, hat es mich voll und ganz begeistert. Die Geschichte um Sergio und Lexi hat mich erneut sehr berührt. Ich bin ein wenig traurig, dass die Trilogie schon zu Ende ist und hoffe sehr, dass Eileen Janket noch weitere Bücher schreibt, in denen man die beiden begleiten darf.

Bewertung:
Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 Sternen.

Freitag, 13. März 2015

*Rezension* Was fehlt, wenn ich verschwunden bin von Lilly Lindner


Ein großes Dankeschön an Tanja von Bibliofeles für die Empfehlung!

Titel: Was fehlt, wenn ich verschwunden bin
Autorin: Lilly Lindner
Genre: Kinder- und Jugendbuch
Form: Taschenbuch (400 Seiten)
Verlag: Fischer Verlag
Erscheinungsjahr: 2015
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3733500931

Mehr Infos zum Buch findet ihr >hier< direkt auf der Homepage des Fischer-Verlags.

Homepage von Lilly Lindner

Inhalt:
Die 16-jährige April leidet unter Magersucht. Diese möchte nichts essen und ihre Eltern sind am verzweifeln und völlig überfordert. Im Laufe der Jahre hat sich das Verhältnis so sehr verschlechtert, dass April nicht einmal mehr mit ihnen reden möchte. Ihre einzige Verbündete ist ihre kleine Schwester Phoebe. Als April in eine Klinik eingewiesen wird und ihr jegliche Besuche verweigert werden, beginnt die 9-jährige Phoebe ihrer geliebten großen Schwester Briefe zu schreiben, da sie diese so sehr vermisst. Das Mädchen versucht damit die Distanz zwischen ihnen zu überbrücken und April in ihr Leben einzubeziehen. Sie schreibt über die Schule, ihre Freundinnen, deren Familien und auch über die Probleme zu Hause. Zudem versucht sie die Krankheit zu verstehen und hat nur wenige Wünsche: sie möchte ihre große Schwester bald wiedersehen, hofft, dass sie ihre Briefe erhält und will, dass Ana bald aus dem Leben von April verschwindet.

Eigene Meinung:
"Aber ich treibe nicht davon. Nicht von dir. Und nicht von den Worten. Nicht mit der Zeit. Und nicht mit meiner Angst." (Zitat aus "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin", Seite 127)

Für die Rezension von "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" habe ich mir einige Tage Zeit gelassen. Die richtigen Worte zu finden, die die Emotionen und Gedanken ausdrücken, die man als Leser hat, ist fast unmöglich.

Das Buch ist durchgehend in Briefform geschrieben und teilt sich in zwei Teile auf. Im ersten schreibt Phoebe ihrer großen Schwester April, während im zweiten Teil April an Phoebe schreibt. Jedoch entsteht keine Interaktion zwischen den beiden, da April die Briefe nicht abschickt. Auf diese Weise erfährt man zunächst nur Phoebes Sichtweise. Diese ist schon sehr berührend und in Verbindung mit Aprils Briefen wird das Buch zu einer wahren Gewalt und einer geballten Ladung an Gefühlen.

Lilly Lindner hat eine wahrhaft zauberhafte Sprache, die sich wundervoll in die Geschichte der Schwestern einfügt und das Buch zu etwas besonderem macht. Die vielen schönen Zitate, Phoebes Wortschöpfungen und die unendlichen vielen Emotionen, die sie wenige Worte verpacken kann, lassen einen nicht mehr los.
Einzig und allein die Tatsache, dass Phoebe und April exakt die gleiche Sprache und Formulierungen benutzen, hat mich etwas gestört. Allerdings ist das Buch so fesselnd und schön, dass diese kleine Kritik sofort in den Hintergrund rückt.

Phoebe und April sind Schwesternfürimmer und diese einmalige Beziehung stellt Lilly Lindner in den Mittelpunkt. Das ganze Buch dreht sich um die Liebe zwischen den sympathischen Schwestern. Die Charaktere der Schwestern waren perfekt und authentisch dargestellt. Zudem fügen sich die anderen Personen wunderbar in die Geschichte ein. Auch wenn ich oftmals erschrocken über einzelne Verhaltensweisen und Reaktionen war, konnte ich mich doch gut in die jeweiligen Charaktere einfühlen und diese dann auch nachvollziehen. Beispielsweise haben die Eltern von Phoebe und April teilweise harte Entscheidungen getroffen und dementsprechend reagiert, trotzdem kann ich ihre Verzweiflung und Ratlosigkeit verstehen. Ein ganz besonderer und wunderbarer Charakter ist auch Jerry, der mich überrascht und beeindruckt hat.

Sehr positiv empfand ich auch die Darstellung der Autorin zum Thema Magersucht. Sie stellt sehr schön die Gefühle und Gedanken von April dar, die seit mehreren Jahren unter dieser Krankheit leidet. Zudem werden auch die Auswirkungen der Krankheit auf das Umfeld und die Familie geschildert. 

Die 400 Seiten von "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" beinhaltet für den Leser viele wunderbare Momente, die einzigartige Liebe zwischen Schwestern und viele Gedanken über das Leben an sich. Ich habe während des Lesens viele Emotionen erlebt: ich habe gelacht, gehofft, geweint, war wütend und habe nachgedacht.

Fazit:
Jetzt schon eins meiner Lesehighlights 2015. Das Buch nimmt einen gefangen und lässt einen nicht mehr los. Auch, wenn man es beendet hat, kommt man nicht davon los. Eine absolute Empfehlung an Fans von großen Emotionen und sicherlich nicht das letzte Buch von Lilly Lindner, das ich lesen werde.

Bewertung:
Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 Sternen.

Donnerstag, 5. März 2015

*Rezension* Crazy Love - verrückt verliebt von Eileen Janket


Heute rezensiere ich für euch den YA-Liebesroman "verrückt verliebt" der Autorin Eileen Janket. Das Buch habe ich im Rahmen der "wir schenken Bücher"-Aktion im letzten Frühjahr gewonnen- worüber ich sehr froh bin, denn ansonsten hätte ich wohl nie von Lexi und Sergio erfahren.
>Hier< gelangt ihr zur Homepage der Autorin Eileen Janket. 

Titel: Verrückt verliebt
Reihe: Crazy Love
Autorin: Eileen Janket
Genre: Liebesroman, YA
Form: Taschenbuch (316 Seiten)
Verlag: - (selbst verlegt)
Erscheinungsjahr: 2012
Preis: 9,50 €
ISBN: 9781479149544

Inhalt:
Die 16-jährige Alexa Lessing, genannt Lexi, ist es Leid: seit der Scheidung ihrer Eltern hält ihre Mutter es an keinem Ort lange aus und sie ziehen oft um. Gerade hat sie sich in einem kleinen Dorf in Süddeutschland eingelebt und Freundschaften geknüpft, da verkündet ihr ihre Mutter einen erneuten Umzug. Und zwar nach Berlin. Für Lexi bedeutet das nun wieder eine neue Stadt, eine neue Schule und auch neue Freunde. Ohne eine andere Wahl zu haben, fügt sie sich ihrem Schicksal.
In Berlin angekommen findet sie schnell Anschluss und in Adriana Lovic, genannt Janna, eine gute Freundin. Janna hilft ihr sich in der neuen Schule zurecht zu finden und erklärt Lexi schnell von wem sie sich besser fern hält. Platz 1 auf dieser Liste nimmt laut Janna voll und ganz der bad boy der Schule, Sergio, ein. Er ist der muskulöse, eingebildete Frauenschwarm der Schule und sicherlich kein guter Umgang, was Lexi zunächst auch einsieht. Doch je öfter sich ihre Wege kreuzen, umso interessanter wird Sergio und umso näher möchte sie ihn kennen lernen.

Eigene Meinung:
"verrückt verliebt" ist eine Geschichte über Liebe, Freundschaft und die großen Gefühle.
Eileen Janket hat es geschafft, dass ich mich in meine Jugendzeit zurück versetzt gefühlt habe. Zum einen habe ich damals Liebesromane verschlungen und konnte nicht genug davon kriegen- genauso war es nun auch bei "verrückt verliebt" der Fall. Sobald ich angefangen hatte, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Zum anderen schafft die Autorin es die Gedanken und Gefühle rund um die erste große Liebe authentisch zu vermitteln. Man kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, nur noch an ihn denken und ist gleichzeitig voller Bedenken und Selbstzweifel. Eileen Janket fängt alle diese Aspekte perfekt ein und lässt ihre Leser daran teil haben, während sie Lexi begleiten. 

Heute, als Erwachsene, hätte ich persönlich mir ein wenig mehr Komplexität der Charaktere gewünscht, aber mein jugendliches Ich hätte über Lexi, Janna und Sergio gejubelt. Trotzdem sind die Charaktere sehr liebevoll gestaltet und fügen sich gut ineinander. Ihre Handlungsweisen sind nachvollziehbar und authentisch.

Im großen und ganzen hat mich die Geschichte überzeugt. Anfangs konnte ich mich schnell einfinden und war gespannt, wie es Lexi mit dem Umzug geht und natürlich auch, wie sie sich in Berlin fühlt und zurechtfindet. Leider wurde dieser Aspekt nicht wirklich behandelt. Ich stelle es mir sehr aufregend und angsteinflößend vor von einem Dorf in eine Großstadt wie Berlin zu ziehen und hätte mir gewünscht Lexis Gedanken dazu zu hören.
Ab der Hälfte flacht die Geschichte dann leider ein wenig ab und rieselt erstmal leise vor sich hin. Lexi steckt im Gefühlschaos und die Leser begleiten sie dabei. Da ich unbedingt wissen wollte, wie es mit ihr und Sergio weitergeht, blieb ich am Ball und es hat sich gelohnt. Denn zum Ende hin wird der Roman noch einmal richtig actionreich und spannend. 

Das Buch war angenehm zu lesen. Hierzu trägt sicherlich auch die leichte und lockere Sprache bei, die Eileen Janket gewählt hat. Diese passt sehr gut zu den jugendlichen Charakteren und auch zum Publikum, das die Autorin erreichen will.

Fazit:
Eine wirklich schöne Liebesgeschichte über zwei Jugendliche, die leider noch kleine Schwachstellen hat. Trotzdem kann ich den Roman an alle empfehlen, die hoffnungslos romantisch sind.
Zudem lohnt es sich immer sympathische Autoren zu unterstützen, vor allem, wenn sie den Mut und die Ausdauer haben ihre Bücher selbst zu verlegen.

Bewertung:
Ich bewerte das Buch mit 4 von 5 Sternen.



Mittwoch, 4. März 2015

*Rezension* Das Labyrinth der Wörter von Marie-Sabine Roger


Titel: Das Labyrinth der Wörter
Autorin: Marie-Sabine Roger
Originaltitel: La tête en friche
Genre: Roman
Form: Taschenbuch (224 Seiten)
Verlag: dtv
Erscheinungsjahr: 2010
Preis: 8,95€
ISBN: 9783423212847

Weitere Informationen findet ihr hier direkt auf der Homepage des dtv.

Inhalt:
Germain Chazes ist Mitte 40 und ein wahrer Hüne. Er führt ein einfaches und tristes Leben, das bisher nicht gerade positiv verlief. Erfolg, Anerkennung und Liebe waren in seinem bisherigen Leben nicht zu finden. Trotzdem ist er zufrieden, denn er hat alles, was er braucht: seinen Gemüsegarten, seinen kleinen Wohnwagen auf dem Grundstück seiner Mutter und die Parkbank, auf der er gerne sitzt und Tauben zählt.
Eines Tages lernt er dort die zerbrechlich wirkende Magueritte kennen. Die alte Dame und er freunden sich an und schon nach kurzer Zeit nimmt sie einen wichtigen Platz in seinem Leben ein. Magueritte zeigt ihm, dass sein Leben so viel mehr beinhalten kann, als er sich jemals hätte vorstellen können.

Eigene Meinung:
Beim Lesen musste ich sofort an ein Zitat von dem kirgischen Autor Tschingis Aitmatov denken, das meinen Blog schon seit Anfang an begleitet:
"Du öffnest die Bücher und sie öffnen Dich."
Denn Marie-Sabine Roger erzählt die Geschichte von Germain, dessen Leben von Magueritte und ihren Büchern verändert wird. "Das Labyrinth der Wörter" ist ein außergewöhnlicher Roman über Liebe, Freundschaft und eben auch Literatur.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Germain Chazes. Als Leser begleitet man den Protagonisten bei einer einzigartigen Entwicklung. Er macht sich auf, um die fiktive Welt der Wörter und Bücher für sich zu entdecken, was dann auch die reale Welt um ihn herum und schließlich sein ganzes Leben beeinflusst. 

Die Autorin bedient sich einer bildhaften und lebendigen Sprache, die perfekt zu dem Roman passt, der sich um die Faszination über Wörter und Sprache dreht. Das gesamte Buch ist einfach zu lesen und wirkt zunächst wie eine kurze und leichte Lektüre für Zwischendurch. Doch auf den zweiten Blick erkennt man, dass "Das Labyrinth der Wörter" viel mehr zu bieten hat: nämlich eine Geschichte mit viel Tiefgang.
Marie-Sabine Roger verpackt die Geschichte in kurzen Kapiteln, die mich (ehrlich gesagt) ein wenig an Germain selbst erinnern. Sie wirken einfach und simpel, beinhalten aber so viel Gefühl und bieten reichlich Denkanstöße.

Die Charaktere sind wie aus dem wahren Leben gegriffen. Vor meinem inneren Auge sehe ich Germain und Magueritte wirklich auf ihrer Parkbank sitzen und Tauben zählen. Ich habe beide in mein Herz geschlossen. 
Durch die Tatsache, dass die Geschichte nicht chronisch verläuft, sondern Germain immer wieder von Ereignissen aus der Vergangenheit erzählt, erfährt man viel über sein bisheriges Leben und kann ihn sehr gut verstehen. Seine Lebensgeschichte hat mich sehr berührt und mein Mitgefühl geweckt. Ich konnte mich selbst gut in ihn hineinversetzen und finde die Entwicklung, die er während des Romans durchläuft, bemerkenswert und einzigartig.
Aber auch Magueritte ist liebevoll ausgestaltet und fügt sich perfekt in den Roman ein. Die alte Dame, die so zerbrechlich wirkt, ist ebenso robust und warmherzig und bildet mit Germain eine perfekte Einheit.

Fazit:
"Das Labyrinth der Wörter" ist absolut lesenswert. Für Literaturfans ist dieser Roman wie gemacht. Marie-Sabine Roger zieht ihre Lesen in ihren Bann.

Bewertung:
Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 Sternen.

Dienstag, 3. März 2015

*Rezension* Morgen kommt ein neuer Himmel von Lori Nelson Spielman






Titel: Morgen kommt ein neuer Himmel
Autorin: Lori Nelson Spielman
Originaltitel: The Life List
Genre: Roman
Form: Broschiert (368 Seiten)
Verlag: Fischer Krüger
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-8105-1330-4

Mehr Infos findet ihr >hier< auf der Homepage des Fischer-Verlags.

Inhalt:
Die 34 jährige Brett Bohlinger verliert ihre Mutter Elizabeth und mit ihr auch eine wichtige Person, zu der sie immer aufgesehen hat. Doch für die junge Frau kommt es noch schlimmer: Als sie ihr Erbe antreten will, erfährt sie, dass dies mit einigen Auflagen ihrer Mutter verbunden ist. Und hierfür muss sie ihr gesamtes Leben ändern. Denn ihre Mutter besteht darauf, dass Brett eine Liste mit Lebenszielen erfüllt, die sie als Jugendliche aufgestellt hat. Doch die Wünsche der jungen Frau haben sich mittlerweile geändert. Mit jugendlichen Ideen, wie zum Beispiel sich in "Mr. Right" verlieben oder ein Pferd kaufen hat die erfolgreiche Frau längst abgeschlossen. Nur widerwillig beginnt sie die Liste abzuarbeiten, da ihre Mutter ihr keine andere Wahl lässt. Als ihr Leben einige überraschende Wendungen nimmt, muss Brett erkennen und zugeben, dass Elizabeth auch über den Tod hinaus nur ihr bestes will.

Eigene Meinung:
Lori Nelson Spielman schafft es mit "Morgen kommt ein neuer Himmel" ihre Leser komplett zu verzaubern. Schon die ersten Zeilen nahmen mich gefangen und so konnte ich den Roman nicht mehr aus der Hand legen und ich habe ihn fast in einem Stück verschlungen. Von der ersten bis zur letzten Seite konnte die Autorin mich komplett überzeugen. Als ich den Roman beendet hatte, fühlte es sich an, als ob ein guter Freund mich von mir gegangen ist. Ich war traurig, dass ich Brett nicht weiter begleiten konnte und ihr Leben verlassen musste.

Brett Bohlinger und auch jeder andere Charakter passte einfach perfekt in die Geschichte. Auf mich wirken sie wie kleine Puzzleteile, die alle zusammen den Roman vervollständigen. Sie ergänzen sich wunderbar und ergeben alle zusammen eine große Einheit. Jeder hat seinen eigenen Platz im Roman und ist unersetzlich. Man merkt, dass Lori Nelson Spielman jeden von ihnen gut durchdacht hat und sie schafft es jedem Leben einzuhauchen, so dass man sich als Leser in jeden gut hineinversetzen kann. Dies galt vor allem auch für die Protagonistin der Geschichte. Ich habe mit ihr mitgefiebert und konnte sämtliche Emotionen (von Liebe bis Trauer und von Verzweiflung über Wut bis hin zum vollkommenen Glück) in mir fühlen. Etwas, das sicherlich nicht jeder Autor so perfekt schafft.

Die Sprache des Romans ist sehr leicht und angenehm, wodurch man ihn einfach lesen kann. Die Autorin schafft hierdurch ein kurzweiliges Lesevergnügen, das durch ungeahnte Wendungen nie langweilig wird.

Sehr schön war für mich persönlich das gute Verhältnis von Mutter und Tochter und die Fürsorg, die Elizabeth auch nach ihrem Tod noch zeigt. Schließlich möchte die Frau nicht sehnlichster, als das ihre Tochter glücklich wird. Damit man sie selbst besser verstehen kann, hat Elizabeth zu jedem Ziel ihrer Tochter einen Brief geschrieben. So ist die Verstorbene trotzdem gegenwärtig und der Leser lernt ihre Beweggründe und Geheimnisse kennen. Zudem wird die Geschichte durch die ehrlichen Briefe noch gefühlvoller- und teilweise auch turbulenter. 

Lori Nelson Spielman zeigt ihren Lesen mit "Morgen kommt ein neuer Himmel" auf eine charmante und einfühlsame Weise, dass man seine eigenen Ziele - egal wie absurd sie einem vielleicht scheinen mögen - verfolgen soll. Auch, wenn man dabei einige schmerzliche Rückschläge oder Verluste einstecken muss, kann man sein eigenes vollkommenes Glück nur auf diese Weise finden.
Mich hat die Autorin mit ihrem Roman zum Nachdenken gebracht. Ich habe mir vorgenommen mir selbst ab sofort öfter zu fragen was meine Ziele waren und sind. Und vor allem auch: Was ist mit ihnen passiert? Habe ich sie schon umgesetzt? Verfolge ich sie noch? Oder vielleicht auch: Sollte ich sie wieder aufnehmen?

Fazit:
Für mich jetzt schon das erste Highlight in meinem Lesejahr. Der Roman hat sehr viel Gefühl und Tiefgang. Er bringt seine Leser dazu über das eigene Leben nachzudenken. Absolut empfehlenswert!

Bewertung:
Ich bewerte das Buch von ganzem Herzen mit 5 / 5 Sternen!

Dienstag, 29. Oktober 2013

*Rezension* John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter


Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Autor: John Green
Originaltitel: The fault in our stars
Genre: Jugendbuch
Form: Gebunden ( 288 Seiten)
Verlag: Hanser Verlage
Erscheinungsjahr: 2012 
Preis: 16,90€
ISBN: 978-3-446-24009-4

Kurzbeschreibung des Verlags:
„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander - trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.
(Link zur Verlagsseite: Hier klicken )

Inhalt: 
Die 16-jährige Hazel Graze weiß, dass sie nicht mehr viel Zeit zum Leben hat, denn sie hat Krebs. Um mit ihrem Tod nur wenige Menschen zu verletzen, meidet sie sämtliche Kontakte zu anderen Jugendlichen. Nur ihrer Mutter zuliebe besucht sie eine Selbsthilfegruppe für krebskranke Kinder und Jugendliche. Dort trifft sie Augustus Water, genannt Gus. In ihm findet sie einen Vertrauten, mit dem sie aufgrund gleicher Interessen viel unternimmt. Die beiden Jugendlichen haben eine ganz besondere Bindung und so erzählt Hazel ihm von ihrem größten Wunsch- sie möchte den Autor ihres Lieblingsbuchs treffen. Hierbei gibt es allerdings ein Problem, denn dieser lebt sehr zurückgezogen in den Niederlanden. Gus setzt sich für Hazels Wunsch ein und nicht nur deshalb wird schließlich aus Freundschaft Liebe.

Eigene Meinung: 
Um ganz ehrlich zu sein: nichts was ich hier schreibe, kann diesem wunderbaren Roman von John Green auch nur annähernd gerecht werden! „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist ein besonderes Buch, dass eine Leser eindrucksvoll berührt und schließlich mit voller Wucht trifft. Normalerweise versuche ich meine Rezensionen direkt zu schreiben. Dies war hier nicht möglich, da ich sämtliche Emotionen erst auf mir wirken lassen musste.

John Green gelingt mit seinem Buch das fast unmögliche. Er verpackt eine ernsthafte und traurige Geschichte in eine wunderbare Form. Die Emotionen, die in einem Mädchen vorgehen müssen, die weiß, dass sie bald stirbt, sind zunächst einmal unvorstellbar. Trotzdem schafft es der Autor durch seinen Stil, dass der Leser jederzeit mitfühlen kann. Ich habe in den 288 Seiten mehr Gefühle durchlebt, als in jedem anderen Buch, dass ich jemals gelesen habe. Von lautem lachen bis zum Tränenvergießen war alles dabei.

Dies gelingt John Green vor allem auch durch seinen einzigartigen Schreibstil. Er schreibt sehr bildhaft und poetisch. Die Sprache ist den Charakteren angemessen. Allein die Zitate aus Hazels Lieblingsbuch „Ein herrschaftliches Leiden“ waren schwer zu verstehen. Wenn man diese allerdings mehrfach liest, ist das Verständnis kein Problem mehr.

Sehr gelungen sind John Green seine Charaktere. Egal ob Hazel, Gus oder Freunde und Familie- alle wirken authentisch. Jeder hat hierbei seine eigene Art und wirkt greifbar: Hazels emotionaler Vater, der sich stets Sorgen um seine Tochter macht oder Isaac, ein guter Freund von Hazel und Gus, der aufgrund seiner Krankheit beide Augen verliert.
Auch die Protagonistin Hazel und ihre große Liebe Gus haben ihren ganz eigenen Charme. Und schließlich sind es die beiden, die die Leser letztendlich mitreißen und gefangen nehmen. Beide Charaktere haben mich sehr beeindruckt.
Hazel hat einen sehr starken Charakter und kämpft immer wieder gegen ihre Krankheit an. Zudem versprüht sie viel Witz und ihre Liebe zu Augustus Waters ist echt und einzigartig. Ihre Gefühle für ihn sind absolut nachvollziehbar, denn der charmante junge Mann hat einen wunderbaren Humor und eine überaus romantische Ader.

John Green gelingt es mit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ein Jugendbuch zu schreiben, dass sich mit ernsten Themen (Krebs und Tod) beschäftigt und trotz allem gefühlvoll, romantisch und witzig ist. Hier spielt schließlich auch eine Art Galgenhumor aller Charaktere eine große Rolle, der dem Leser immer wieder ein Lachen auf die Lippen bringt.

Fazit: 
„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist eines der besten Bücher, das ich jemals gelesen habe. Das ernste Thema, das John Green gefühlvoll und auch mit einem ganz besonderen Humor darstellt, trifft den Leser, nimmt ihn gefangen und lässt ihn auch nach der letzten Seite nicht mehr los. Lesen, lesen, lesen!

Bewertung:

Ich bewerte das Buch mit 5/5 Sternen. UND WENN ICH KÖNNTE MIT EINEM GANZEN STERNENHIMMEL!



Mittwoch, 23. Oktober 2013

*Rezension* Jojo Moyes - Ein ganzes halbes Jahr



Titel: Ein ganzes halbes Jahr
Autor: Jojo Moyes
Originaltitel: Me before you
Genre:
 Roman
Form: Broschiert ( 512 Seiten)
Verlag: Rowohlt TB
Erscheinungsjahr: 2013 
ISBN: 9783499267031 

Preis: 14,99€

Kurzbeschreibung des Verlags:
Lou & Will. Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt. Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird. Eine Frau und ein Mann. Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen. Die Liebesgeschichte von Lou und Will.

Inhalt: 
Lou verliert ihren Job und hat trotz ausgiebiger Suche nur eine Option ihre Familie zu unterstützen: sie soll als Pflegerin bei Will arbeiten, einem Mann, der durch einen Unfall eine starke körperliche Behinderung davongetragen hat. Seine Familie möchte, dass Lou ihn ins Leben zurückbringt. Doch der eigensinnige Will macht es ihr alles andere als einfach. Die beiden ziehen den jeweils anderen durch ihre ganz spezielle Art in den Bann und entwickeln Gefühle füreinander.  

Eigene Meinung: 
Als ich das Buch in der Buchhandlung gesehen habe, hat es mich sofort angesprochen. Das Cover ist mir durch seine Gestaltung ins Auge gefallen. Die Farben sind eher schlicht. Der Großteil ist in schwarz/weiß gehalten. Lediglich die roten Blütenblätter bilden einen Kontrast. Auch die gewählte Schriftart für den Titel des Buches und das Mädchen mit der Taube fand ich sehr ansprechend. Nachdem ich das Buch beendet hatte, ist mir auch der Zusammenhang zwischen dem Bild und dem Inhalt der Geschichte aufgefallen.

Das Buch behandelt -neben einer wirklich schönen Liebesgeschichte- eher schwierige Themen. Es geht zum einen um das Thema Behinderung und zum anderen um Sterbehilfe. Beide Themen werden in der Gesellschaft als eher unangenehm befunden und somit meist totgeschwiegen. Nach „Ziemlich beste Freunde“ ist „Ein ganzes halbes Jahr“ nun das zweite Buch, das dieses Thema aufgreift. Meiner Meinung nach sollten sich alle mehr Gedanken darüber machen- und meiner Meinung nach gibt das Buch einen guten Anstoß dazu!

Die Geschichte ist sehr kurzweilig. Wenn man erst einmal eine Seite gelesen hat, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Durch ständige Wendepunkte, verändert der Leser immer wieder die Sicht auf die Ereingnisse und malt sich die unterschiedlichsten Enden aus. Und schließlich muss man einfach wissen, wie die Geschichte um Will und Lou ausgeht!

Auch durch die Tatsache, dass alle Personen real wirken und absolut authentisch sind, gerät das Buch nie ins stöcken. Jede Personen hat ihren eigenen Charakter und es ist interessant zu sehen, wie die Geschichte die einzelnen Charaktere in ihren Gedanken und ihren Handlungen beeinflusst. Der Leser kann hierbei alle Veränderungen gut nachvollziehen und ist immer mitten in der Geschichte. Ich persönlich habe die verschiedensten Emotionen erlebt: Freude, als Lou und Will Gefühle füreinander entwickeln, lustige Momente, wenn Lou wieder einmal etwas in den Sand setzt, Momente der Gänsehaut, wenn Jojo Moyes wieder mit ihrem gefühlvollen Schreibstil verzaubert und noch ganz viel mehr.

Sehr schön finde ich, dass die Geschichte -so gefühlvoll sie auch ist- wach rüttelt. Sie bringt den Leser dazu über das eigene Leben nachzudenken. Schließlich kann jeder irgendwann durch einen Unfall oder eine Krankheit in der Situation von Will sein. Deshalb sollte man sich viel öfter bewusst machen, wie man sein eigenes Leben lebt und vielleicht viel öfter etwas ändern.


Fazit: 
Alles in allem lässt sich sagen, dass Jojo Moyes sämtliche Gefühle bei ihren Lesern weckt. Durch ihren tollen Schreibstil und eine wunderbar einzigartige Idee schenkt die Autorin ihrem Publikum unvergessene Lesestunden.

Bewertung:

Ich bewerte das Buch mit 5/5 Sternen.

Donnerstag, 18. August 2011

*Rezension* Susanne Mittag - Melina und die vergessene Magie


Für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares gilt mein Danke dem Ueberreuter-Verlag!

Titel: Melina und die vergessene Magie
Autor: Susanne Mittag
Genre: Fantasy/ Kinder- und Jugendbuch
Form: Gebunden ( 240 Seiten)
Verlag: Ueberreuter
Erscheinungsjahr: 2011
ISBN: 978-3-8000-5612-5
Preis: 9,95€


Kurzbeschreibung des Verlags:
Melina wird von der Klassenzicke im Schulkeller eingesperrt, in dem vor Jahren ein Mädchen verschwunden ist. Als sich ein magisches Fenster – ein Tor in eine fremde Welt – öffnet, beginnt eine unglaubliche Reise durch das Land Lamunee: zur Höhle des Windes, zum Eispalast, zum Nebelwald und zu den ältesten Hexen der Welt. Eine gefährliche Reise, denn die Feuerzauberer wollen das Land erobern und die „dunkle Zeit zurückbringen. Als es fast zu spät ist, erkennt Melina, dass sie ein ungewöhnliches Talent hat. Eine Magie, die längst in Vergessenheit geraten ist ...

Inhalt:
Für Melina ist ihre momentane Situation alles andere als einfach: sie ist erst vor kurzer Zeit umgezogen, musste ihre Freunde und ihr geliebtes Pferd zurücklassen und muss sich nun auch noch ihrem ersten Tag an der neuen Schule stellen. Sie fühlt sich sehr unwohl und zu allem Übel hat es auch noch die Klassenzicke auf sie abgesehen. Diese lockt Melina unter einem fiesen Vorwand in den Kellerraum und sperrt sie dort ein. Und genau dort soll das größte Abenteuer im Leben des schüchternen Mädchens beginnen. Nach kurzer Zeit erscheint ein helles Fenster in dem sonst dunklen Raum, das ihr als Tor in die fantastische Welt Lamunee dient. Schuld an Melinas Besuch in dieser fremden Welt ist der zunächst furchteinflößende Zauberlehrling Tann, der das Mädchen zwar nach Lamunee bringen konnte, aber nicht wieder zurück in die Welt der Menschen. Damit Melina zurückkehren kann, müssen die beiden eine abenteuerliche Reise unternehmen, um einen Magier für ihr Vorhaben zu finden. Und dies ist keine leichte Aufgabe, denn die böse Feuermagierin Morzena versucht die „Dunkle Zeit“ zurück nach Lamunee zu bringen und so birgt der Weg viele Gefahren.

Eigene Meinung:
Mit „Melina und die vergessene Magie“ hat Susanne Mittag einen wundervollen Roman für Kinder und Jugendliche geschrieben. Sie entführt ihre vorwiegend jungen Leser in die fantastische Welt Lamunee, die durch die zahlreichen liebevoll gestalteten Orte zum Träumen einlädt und durchweg begeistert. Doch nicht nur die Welt selbst ist gut ausgearbeitet, sondern auch über die vielen verschiedenen Geschöpfe, die in Lamunee leben, hat sie Susanne Mittag Gedanken gemacht. Sie erschafft ganz eigene Wesen, die aber durch detaillierte Beschreibungen in den Köpfen der Leser eine Form erhalten und dadurch lebendig wirken. Der Ideenreichtum der Autorin bietet eine erfrischende Abwechslung zu den gängigen Themenwelten das Fantasygenres!

Zudem können auch die liebevoll gestalteten Charaktere voll und ganz überzeugen. Sowohl der tollpatschige Tann, als auch Erel sind sympathisch und fügen sich gut in die Geschichte ein. Die Protagonistin Melina durchlebt eine unglaubliche Geschichte und mit ihr einen Wandel ihres Charakters- vom schüchternen Mädchen zur selbstbewussten und mutigen Kämpferin. Durch die Tatsache, dass dieser sehr langsam vor sich geht und man jede Station ihrer Reise miterlebt, wirkt dieser sehr glaubhaft.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass das Buch sich geradlinig um die Geschichte bewegt. Es gibt keine nebensächlichen Handlungsstränge, sondern ein Ziel, das die Autorin verfolgt und nicht aus den Augen lässt. Trotzdem ist das Buch nicht langatmig und sehr spannend und in sich absolut schlüssig. Durch den schnellen Einstieg wird der Leser in den Bann von Lamunee gezogen und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Doch auch die einfache Sprache und der flüssige Schreibstil machen „Melina und die vergessene Magie“ zu einem Pageturner.

Vor allem für die gewählte Zielgruppe sind die Kernaussagen über Freundschaft und Zusammenhalt schön verpackt und Susanne Mittag kombiniert diese geschickt mit einer fantasiereichen Erzählung. Obwohl der Roman eigentlich ein Kinder- und Jugendroman ist, ist er durchaus auch für ältere Leseratten geeignet, die gerne in fremde Welten abtauchen und bietet sich auch gut für ein gemeinsames Lesevergnügen von jung und alt beim Vorlesen an.


Fazit:
Eine magische Geschichte über Freundschaft, die nicht nur junge Leser zum Träumen anregt. Diese begeistert vor allem durch die fantastische Welt Lamunee und seine Bewohner, die durch eine grandiose Ideenvielfalt der Autorin einzigartig ist

Bewertung:

Ich bewerte das Buch mit 5/5 Sternen.


Mittwoch, 20. Juli 2011

*Rezension* Lili St. Crow - Verflucht


Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanke ich mich herzlichst beim PAN-Verlag!

Titel: Verflucht
Reihe: Strange Angels // Band 1
Autor: Lili St. Crow
Genre:
Fantasy
Form: Gebunden mit Schutzumschlag (384 Seiten)
Verlag: PAN
Erscheinungsjahr:
2011
ISBN: 978-3-8000-9524-7
Preis: 16,95€

Kurzbeschreibung:
Eine Sekunde lang spielte ich mit dem Gedanken, ihm alles zu erzählen.
»Hi, ich bin Dru. Mein Vater jagt Dinge, die du nur aus Gespenstergeschichten kennst. Ich helfe ihm, wenn ich kann.« Aber wer würde mir das schon glauben?

Rastlos zieht Dru Anderson mit ihrem Vater von Stadt zu Stadt, bis er eines Abends nicht lebend von einem seiner Einsätze zurückkehrt. Jemand hat ihn ermordet – und hetzt ihn nun als Zombie auf Dru! Von diesem Moment an ist sie auf der Flucht vor eiskalten Feinden, die ihr nach dem Leben trachten. Offensichtlich wissen sie etwas über die Sechzehnjährige, das sie selbst nicht einmal ahnt. Aber was?


Inhalt:

Dru Anderson ist es gewohnt nicht lange in einer Stadt zu wohnen und immer auf der Jagd zu sein, denn das sechzehnjährige Mädchen und ihr Vater ziehen von Stadt zu Stadt, um Kreaturen aus der Echtwelt zu finden und zu ermorden. Schon seit ihre Mutter ermordet wurde, ist ihr Leben alles andere als unbeschwert- und nach einer Nacht soll für sie alles noch komplizierter werden.

Bei einem seiner nächtlichen Jagdzüge wird ihr Vater in einen Zombie verwandelt und die verzweifelte Teenagerin muss ihn töten, um ihr eigenes Leben zu retten. Zunächst schlägt sie sich alleine durch. Solange bis sie sich mit ihrem Mitschüler und Gothicanhänger Graves anfreundet, der ihr zur Seite steht und schließlich schnell lernen soll, wie gefährlich sein neues Leben wirklich ist.

Das Leben der beiden Jugendlichen wird immer gefährlicher und mysteriöser. Dru sieht ihren letzten Ausweg in einer Telefonnummer aus dem Notizbuch ihres Vaters und wählt diese in der Hoffnung, dass sie dort Hilfe findet. Hinter dieser steckt der ungefähr gleichaltrige Christophe- doch können Dru und Graves ihm trauen?!

Eigene Meinung:

Verflucht ist der Auftakt zur Reihe "Strange Angels" von Lili St.Crow, die auch unter dem Namen Lilith Saintcrow bekannt ist. Die Geschichte läuft sehr langsam an, was für den Leser aber durchaus angenehm ist, da er sich so in die Welt von Dru und die dazu parallell verlaufende Echtwelt gut einfinden kann.
Dies soll aber keinesfalls heißen, dass der Roman langweilig ist, denn die Autorin schafft es gekonnt Spannung aufzubauen und ihre Leser mit actiongeladenen Szenen den Atem zu rauben. Die spannenden Elemente finden ihren Höhepunkt in einem spannenden Finale, bei dem sich die Ereignisse förmlich überschlagen und alle Charaktere an ihre Grenzen stoßen.

Die Charaktere waren alle sehr gut ausgearbeitet und wirken aus diesem Grund absolut authentisch. Sowohl die Protagonistin selbst, als auch die Nebencharaktere sind durchweg sympathisch und bereichern die Geschichte durch ihre ganz eigenen Charakterzüge. Dru wirkte oftmals sehr hartherzig und gefühlskalt, was anfangs sehr befremdlich für den Leser ist. Doch je mehr dieser in die Geschichte eintaucht, und durch viele innere Monologe der Sechzehnjährigen ihre Hintergründe kennenlernt, umso besser kann er ihr Verhalten verstehen. Auch Graves, der ruhige Goth, und Christophe, der extrovertierte Schönling, fügen sich perfekt in die Geschichte ein.

Lili St.Crow's Schreibstil war eine weitere Bereicherung für den Roman. Das Buch war flüssig zu lesen und auch die ausführlichen Beschreibungen der Umgebungen und Eindrücke rund um das Geschehen taten dem keinen Abbruch. Auch die gute Gestaltung des Covers und die schönen Verzierungen am Anfang jedes Kapitels sind ein wahrer Augenschmaus und deshalb ein voller Pluspunkt.

Nun heißt es sehnsüchtig auf den zweiten Band der Reihe warten, der durch die guten Ansätze von Verflucht ebenfalls ein Pageturner zu werden verspricht. Ich persönlich freue mich sehr auf die Fortsetzung und darauf, wie es mit Dru und Graves weitergeht.

Fazit:

Ein langsamer, aber sehr gelungener Auftakt der Serie "Strange Angels", der durch das Können der Autorin schon jetzt noch viele gelungene Stunden und ein großes Lesevergnügen verspricht. Ein fantasyreicher Pageturner, der auch durch spannende Elemente voll überzeugen konnte. Fortsetzung sehnlichst erwartet!

Bewertung:
Ich bewerte das Buch mit 5/5 Sternen.

Dienstag, 12. Juli 2011

*Rezension* Bianka Minte-König - Estelle- Dein Blut so rot


Vielen Dank an den Otherworld-Verlag (Verlagsgruppe Carl Ueberreuter) für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Titel:
Estelle - Dein Blut so rot
Autor:
Bianka Minte-König
Genre:
Fantasy
Form: Softcover (464 Seiten)
Verlag:
OtherworldLinkErscheinungsjahr: 2010
ISBN:
978-3-8000-9524-7
Preis: 16,95€

Kurzbeschreibung:

Blankensee, im Juni 1904.
Ich schreibe dieses Buch in großer Verzweiflung. Die Frau, die mit diesen Zeilen zur Chronistin des dunklen Zweiges der Familie Vanderborg wird, hat alles gesehen: Verdammt zu einem Dasein als Vampirin treibt die Rache sie seit ewigen Zeiten als Untote durch halb Europa. Nun findet sie Zuflucht in einem neuen Körper. Aus Eleonore wird Estelle, und die steht am Anfang ihres Lebens und eines neuen Jahrhunderts, das bessere Zeiten verspricht. Aber die Vergangenheit holt sie gnadenlos ein, und als Estelle dem Mann ihrer Liebe begegnet, ist sie bereits einem anderen versprochen!


Inhalt:

Als Jakob Vanderborg, Forscher und Erfinder in die Karpaten nach Polen aufbricht, ahnt er nicht, dass er das Leben seiner Tochter Estelle Vanderborg grundlegend ändern wird. Für einen guten Freund und Zauberkünstler möchte er einen Vampir bei lebendigem Leib fangen. Die dafür entwickelte Maschine wird durch einen Blitzschlag verändert und so wird die Vampirin Eleonora nicht darin gefangen, sondern ihr Geist fährt in Estelles Körper. Die Seele der jungen Frau stirbt und fortan lebt die schon lange verfluchte Blutsaugerin ihr gut behütetes Leben weiter.

Anfangs denkt Eleonora, dass der Fluch nun ein Ende hat, doch bald muss sie feststellen, dass auch in ihrem neuen Leben keine große Hoffnung dafür besteht. Zudem macht ihre vampirische Seite ihr das Leben schwer, denn sie muss, um selbst am Leben zu bleiben, Menschen töten, was ihr ganz und gar widerstrebt. Und auch in der Liebe hat Estelle große Probleme, denn sie findet ihre große Liebe, aber ist einem anderen versprochen.

Eigene Meinung:

Bianka Minte-König war mir durch ihre lustigen und romantischen Jugendbücher schon bekannt, die ich als Jugendliche buchstäblich verschlungen habe. Aber auch ihr erster Schritt in die Erwachsenenliteratur, und zugleich das Auftakt der Reihe „Die dunkle Chronik der Vanderborgs“, ist sehr gelungen.

Frau Minte-König besticht in ihrem historischen Vampirroman durch viele neue Ideen. Leider ist die Umsetzung dieser nicht immer perfekt gelungen, was man einem Serienauftakt aber durchaus nachsehen kann. Ich bin unter anderen aus diesem Grund schon gespannt auf den zweiten Teil der Reihe und hoffe, dass die Autorin ihre guten Ansätze in den Folgebänden besser nutzen kann.

Auch die authentischen Charaktere waren mehr als gelungen, denn die Persönlichkeiten der einzelnen Figuren waren gut ausgearbeitet und absolut glaubhaft. Den Großteil der Personen, die in Estelle's Leben eine Rolle spielen, konnte ich lebhaft vor mir sehen. Nur mit Estelle, der Protagonistin selbst, wurde ich nur langsam warm, denn die junge Frau handelt oft unverständlich und wirkt oftmals sehr naiv.

Ein Aspekt der mir das Lesevergnügen etwas genommen hat, war die Sprache, die stilistisch an den Anfang des 20. Jahrhunderts angepasst war. Trotzdem war sie ebenso, wie die geschichtlichen Hintergründe, gut recherchiert, was deshalb verständlicherweise nicht negativ bewertet werden kann. Sowohl die Beschreibungen des Beginns und Geschehens des ersten Weltkrieges, als auch die Fakten zur Weltausstellung in Paris haben mich sehr begeistert und fasziniert.

Die romantische, aber zugleich dramatische Liebesgeschichte mit vielen romantischen Momenten, aber auch Schicksalsschlägen, ist in vier Teile gegliedert, die durch eigene Titelblätter voneinander abgegrenzt sind. Diese sind sehr schön gestaltet und enthalten, außer dem Zwischentitel, noch kurze Titelzusätze und eine Verzierung durch einen Fledermausschwarm. Diesen findet des Leser auch auf dem wundervollen Cover wieder. Dieses ist in den Farben schwarz, weiß und rot gehalten, die sehr miteinander harmonieren und zeigt, neben Titel und Autorin, das Gesicht einer Frau, die mich mit ihren Augen sofort gefesselt hat. Die Farbkombination ist sehr gut gelungen und alle Aspekte zusammen machen das Buch zu einem echten Hingucker im Regal.

Durch die Tatsache, dass Eleonora in Estelles Körper gefahren ist, wird der Leser eigentlich mit zwei Protagonistinnen in einer Person konfrontiert, die beide ihre Aspekte zu dem Gesamtcharakter der jungen Frau beitragen. Durch Rückblicke auf Eleonora's verfluchtes Leben kann man einige Beweggründe und Entscheidungen der jungen Frau besser verstehen. Diese sind durch eine kursive Schrift von der eigentlichen Geschichte um Estelle abgegrenzt, so dass es nicht zu Verwirrungen kommen kann. Auch die Gedanken der Frau spiegeln oft ihre schwierige Vergangenheit wieder.

Durch das offene Ende lässt sich die Autorin viel Spielraum für die Folgeromane, die ich mir nicht entgehen lassen werde, denn „Estelle- Dein Blut so rot“ konnte mich trotz kleinerer Logikfehler und Mängel schon nahezu ganz überzeugen.


Fazit:

„Estelle- Dein Blut so rot“ ist eine ausgewogene Mischung aus Liebesroman und fantastischer Literatur ist, die zudem mit gut recherchierten historischen Fakten ein absolutes Lesevergnügen bietet. Ein Roman, der vor allem Vampirfans begeistern wird, die nichts von weichgespülten Blutsaugern halten.

Bewertung:
Ich bewerte das Buch mit 4/5 Sternen.